Anorexie

Magersucht beginnt oftmals mit einer Abmagerungsdiät: Die Absicht ist, die eigene Selbstwahrnehmung zu kontrollieren, alles zu kontrollieren. In der Tat wird ein fiktives Schlankheitsideal widerspiegelt, auch wenn der Körper bereits bis auf die Knochen abgemagert ist, werden magersüchtige PatientInnen immer weiter versuchen, Gewicht zu verlieren. Das kann bis zum Tod führen.

In der Regel beginnt die Magersucht mit einem Gewichtsverlust-Programm: alles, was  Magersüchtige erreichen möchten ist die eigene Selbstwahrnehmung zu kontrollieren, wobei sich aber die magersüchtigen nie so recht mager fühlen. Magersüchtige leiden nicht an Appetitlosigkeit. Im Gegenteil: Sie verspüren meist sogar großen Appetit, zügeln diesen aber. Die Berechnung der Kalorien und die Gewichtskontrolle werden krampfhaft. Magersuchterkrankte sind überzeugt, dass durch eine Veränderung des eigenen Körpers auch ihr Leben ändern wird, auch ihr Umfeld, auch ihre Gegebenheit. Diese Art von Erkrankung wird bald erkennbar: der hagere und unterernährte Körper, wird zu einer Leinwand, auf der man das Bild eines inneren Schmerzes malt, ein Unbehagen, das Worte nicht ausdrücken können. Anorexie kann zu schweren Schäden für die Gesundheit führen wie Nierenversagen, Haarausfall, Zahneverlust, Herzstillstand. Bleibt die Menstruation länger als drei Monate aus, ist dies der erste Indikator für Magersucht und kann zu schweren Formen der Osteoporose führen. In 75% aller Fälle sind beide sowohl die Magersucht als auch die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) nicht klar voneinander abgrenzbar. Oft wechseln die Betroffenen von einer Form zur anderen und die Merkmale gehen ineinander über und vermischen sich. Zentral ist immer, dass sich die Betroffenen zwanghaft mit dem Thema „Essen“ beschäftigen. Esssüchtige essen zwanghaft und denken dauernd an „Essen“ als Instinkt des Überlebens. Sobald die Magersüchtigen die Kontrolle verlieren und alles, was sie finden, essen, wird das Erbrechen als Bestrafung ausgelöst. Magersucht ist insofern eine verzweifelte Manöver, Bulimie zu decken.

"Magersucht ist die Spitze des Eisbergs und ist ein Symptom für ein seelisches Leid, das psychische Ursachen hat. Aus diesem Grund sollen die Betroffenen nicht angegriffen werden: Man muss stattdessen die Ursachen dieses tiefere Leides suchen ohne dabei die gravierenden Folgen zu vergessen, die dieses Leid kennzeichnen und das Leben selbst in Gefahr bringen können. Die Symptome sollen nicht verdrängt sondern verarbeitet werden, bis sie verschwinden. Die Symptome verschwinden nur dann, wenn die Betroffenen nicht mehr die Notwendigkeit empfinden, Verhaltensmuster zu wiederholen, die sie als Notwendigkeit empfanden und als Lösung ihrer Probleme benutzten. Nur dann, wenn die Betroffenen ihre Gefühle zum Ausdruck bringen, nur dann, wenn sie trotz der Schwierigkeiten im Leben, innerhalb sich selbst die Werkzeuge finden,  mit dem Leben und Leiden, die ein Teil davon sind, zurechtzukommen, nur dann, beginnt der Heilungsweg" (Fabiola De Clercq, 1995, Donne invisibili, Bompiani).

Körperliche Folgen

Magersucht kann sehr ernsthafte Gesundheitsschäden wie Nierenversagen, Herz-Kreislaufveränderungen, Haarausfall und Zahnverlust verursachen. Oft bleibt die Menstruation länger aus, was zu schweren Formen der Osteoporose führen kann. Obwohl Bulimie oft die Kehrseite der Medaille der Magersüchtigen darstellt, sobald sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Hunger zu kontrollieren, sind die Spuren auf ihrem Körper nicht sehr offensichtlich; denn Bulimie ist schwieriger zu erkennen als Magersucht. Die Folgen der Bulimie sind aber genauso verheerend für die Gesundheit der Betroffenen: selbstinduziertes Erbrechen verursacht Magenprobleme, Erosion des Zahnschmelzes, Dehydratation, Ipothalassämie und Herzprobleme. "Das ständige Erbrechen mit der damit verbundenen Erhöhung der Magensäure bis in den Mund und Speiseröhre verursacht Geschwüre und verbraucht Zahnschmelz; Kapillaren brechen wegen der Anstrengung von Erbrechen. Blutungen treten auf; die Speicheldrüsen schwellen, und oft leiden die Betroffenen an Nierensteinen, da sie kaum trinken. Wegen der hormonellen Störungen wachsen plötzlich feine Härchen auf der Haut, die Menstruation bleibt aus, weil es sich der Körper nicht mehr leisten kann, Flüssigkeit und Mineralien zu verlieren, dadurch können Formen von Osteoporose entstehen" (Fabiola De Clercq 1998 Fame d'amore, Rizzoli). In PatientInnen mit Übergewicht entstehen ernsthafte Gesundheitsschäden wie Herzkreislauferkrankungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Auch das Gedächtnis sowie die Konzentrationsfähigkeit können ernsthaft beeinträchtigt werden.

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